Schwarzmasken Papageiamadine

Die Schwarzmasken-Papageiamadine (Amblynura kleinschmidti) lebt ausschließlich in den Regenwäldern der Insel Viti Levu, die zum südpazifischen Inselstaat Fidschi gehört. Seit ihrer Entdeckung durch den deutschen Naturforscher Theodor Kleinschmidt im Jahre 1877 haben nur wenige Menschen diese seltene und scheue Papageiamadine zu Gesicht bekommen.

Abb. 1: Schwarzmasken-Papageiamadine, 2003 aufgenommen am Mount Tomanivi, Viti Levu, Fidschi
(mit freundlicher Genehmigung von BirdLife International)

Die Weltnaturschutzunion IUCN stufte die Art bis 2006 in ihrer Roten Liste als „endangered“ (bedroht) ein, weil die gesamte Population auf weniger als 1000 Vögel geschätzt wurde. Zwischen 2002 und 2005 war die Vogelschutzorganisation BirdLife International auf Fidschi tätig, um dort Vorschläge für besondere Vogelschutzgebiete (Important Bird Areas - IBAs) zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Bestände der Schwarzmasken-Papageiamadine mit größerem Aufwand noch einmal systematisch erfaßt, und erfreulicherweise scheint die Zahl der Vögel doch größer zu sein als vermutet, nämlich 2500-10.000 Vögel (ca. 2-3 Vögel pro km2 geeigneter Lebensraum; Masibalavu V.T. und Dutson G., Important Bird Areas in Fiji, BirdLife International 2006). Aus diesem Grund ist die „kleinschmidti“ in der Roten Liste auch wieder um eine Gefährdungsstufe zurückgesetzt worden (jetzt „vulnerable“ - anfällig). Bei der systematischen Erfassung gelang es sogar, eines der wenigen bekannten Fotos einer lebenden Schwarzmasken-Papageiamadine zu schießen (Abb. 1). Der Vogel verfing sich in einem Spiegelnetz, das am Mount Tomanivi auf Viti Levu aufgestellt war und wurde nach der Aufnahme wieder freigelassen (Dick Watling, mündlich). Gut sichtbar ist das besondere Kennzeichen dieser Papageiamadine, das auch im dichten Urwald eine sichere Identifizierung des Vogels erlaubt: der große, rosafarben leuchtende Schnabel. Der englische Artname „pink-billed parrot finch“ (rosa-schnäbelige Papageiamadine) ist daher wohl treffender gewählt als der deutsche.

Trotz der erfreulichen Korrektur der Bestandsgröße benötigt die Schwarzmasken-Papageiamadine dringend Schutz. Denn anders als die Peales-Papageiamadine (Amblynura prasina), die ebenfalls auf Fidschi vorkommt und als ausgesprochener Kulturfolger vom Eingriff des Menschen in die Natur eher profitiert, ist das Überleben der Schwarzmasken-Papageiamadine völlig vom Vorhandensein des unberührten Regenwaldes abhängig. Dieser ist aber durch den steigenden Bedarf der Menschen an Agrarfläche und Holz in ständiger Gefahr. Ein wirksamer Schutz dieser ungewöhnlichen Papageiamadinenart bedeutet somit vor allem, den Lebensraum „Urwald“ auf Viti Levu zu erhalten. Dies ist eines der Ziele der 2007 gegründeten Naturschutzorganisation „Nature Fiji“ (http://www.naturefiji.org/), die man durch eine Mitgliedschaft unterstützen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Schutzmaßnahmen Erfolg haben werden und es Forschern ermöglichen, Licht ins Dunkel der Lebensweise dieser heimlichen Vögel zu bringen. Bisher gibt es nicht einmal eine genaue Vorstellung von der Ernährung (Fruchtfresser? Insektenfresser?), Eier oder nestjunge Vögel wurden zudem noch nie beschrieben.

Referenz: Cichon, S.: Begegnung mit zwei seltenen Prachtfinkenarten. Die Gefiederte Welt, 3/2009, S. 26,27.

prachtfinken/gefaehrdete_prachtfinken/be0019-schwarzmaske.txt · Zuletzt geändert: 2018/10/28 12:49 (Externe Bearbeitung)