Nur noch weniger als 2500 Gouldamadinen in der Freien Natur!

Marcus Pollard (Australien) bearbeitet von Peter Rindom (Dänemark) und Dr. Wolfgang Rasim (Deutschland)


Unterstützen Sie den Gouldamadinen-Fonds!

Die gewaltigen Schwärme von Gouldamadinen, wie sie John Gilbert beschrieb, als er sie für den Naturforscher John Gould zählte, sind so zusammengeschmolzen, dass dieser majestätische Prachtfink in weiten Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebietes ausgestorben ist. Und das, obwohl die Gouldamadine sicherlich zu den schönsten und begehrtesten Vögeln weltweit zählt. Sie ist ein Prachtfink der beide vereint: die Liebhaber der Wildform und auch die der Mutationen mit ihren immer neuen Farbvarianten. Wie kann es sein, dass so ein weitverbreiteter Volierenvogel in seiner natürlichen Umgebung so nah am Abgrund steht? Oder fragen wir uns doch besser:

Was können wir dagegen tun ?

Tatsächlich war diese Frage der ausschlaggebende Punkt zur Gründung eines Fonds zum Schutz der Gouldamadine. Wir fühlten uns zutiefst darüber beunruhigt, dass eine der größten Vogeljuwelen der Welt so kurz vor dem totalen Aussterben in der freien Natur stehen sollte. Wir - die Köpfe hinter dieser Spendenaktion zur Wiederansiedlung der Gouldamadine - das sind Mike und Elisabeth Fidler sowie Marcus Pollard, ein tasmanischer Wissenschaftsjournalist und Vogelzüchter.

Mike Fidler ist sicherlich vielen von Ihnen bekannt: er kommt aus England, lebt nun in Australien. Seit seiner Kindheit züchtet er Vögel und er ist Autor von Büchern über Gould- und Papageiamadinen. Er besuchte die abgelegensten Gebiete von Westaustralien, hat dort 1985 seine erste wilde junge Gouldamadine erblickt und war total begeistert.

Während der neunziger Jahre sind Mike und Elisabeth Fidler Mitglieder des Forschungsteams der Universität von Newcastle, Großbritannien geworden, haben Bestandsaufnahmen durchgeführt und eine Vielzahl der Gouldamadinen-Bestände in der gesamten Kimberley Region Australiens kartiert. Mike rief eine Gesellschaft ins Leben und stellte für die gesamte Skala der Gouldamadinen-Projekte eine erhebliche Summe Geld zur Verfügung. Nun will er die Last für die Rettung dieses Prachtfinks mit den Vogelzüchtern weltweit teilen.

Auf einer ehemaligen große Rinderfarm - der Mornington Station, nun das Mornington Naturschutzgebiet - wurde 2002 eine verhältnismäßig starke Population von Gouldamadinen entdeckt.

Im Jahre 2003 entschlossen sich Mike und Elisabeth Fidler, die Australische Wildlife Conservancies (AWC) zu unterstützen und das Gouldamadinen Wiederansiedlungsprogramm zu finanzieren. Dr. Sarah Legge und Steve Murphy wurden eingestellt, um das Forschungsprogramm voranzubringen.

Das 312.000 Hektar große Mornington Naturschutzgebiet in der Kimberley Region im weiten Nordwesten von Westaustralien gehört und wird geführt von der Australischen Wildlife Conservancy (AWC), welche große Gebiete in vielen Staaten von Australien besitzt und nun die größte privat finanzierte Naturschutzorganisation ist. Ihre Biologen haben noch nicht völlig erforscht, was der Grund für die Abnahme der populären Vogelspezies ist. Sie glauben aber, dass es mehr mit den Brandrodungen und den weidenden Rindern zu tun hat, als mit irgendeiner anderen Ursache, welche in verschiedensten Theorien der Vergangenheit geäußert wurde. Zukünftige Forschungen sollen dies genauer untersuchen.

Dazu wurde hier in Mornington im heißen und feuchten September 2005 dann der „Save The Gouldian Found“ - also der „Fonds zur Rettung der Gouldamadine“ gegründet. Er soll sicherzustellen, dass die Untersuchungen an den Gouldamadinen weitergeführt werden können. Dabei ist das Ziel nicht nur die völlige Erforschung der Gründe für den Rückgang, sondern es soll auch versucht werden, den Bestand der Gouldamadine zumindest in diesem Naturschutzgebiet wieder anwachsen lassen.

Wir benötigen Ihre Hilfe in der Mittelbeschaffung, wenn wir dieses Projekt mit Erfolg aufrecht erhalten wollen: Ökologischen Studien dieser Größe in solch abgelegenen Gebieten sind sehr kostspielig. Werden Sie Spender, ermutigen Sie Ihre Freunde, Ihre Bekannten und auch Ihren Verein es Ihnen gleich zu tun und aktiv an dem Projekt mitzuwirken.

Der Fonds wird die Spenden den Forschern direkt zukommen lassen, statt sie in der Verwaltung verschwinden zu lassen.

Zur Zeit arbeiten die Wissenschaftler an der Ernährungsweise der Gouldamadine. Sie werden hoffentlich in der Lage sein, genau zu erklären, welches Futter sie während der unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus benötigt. Die meisten Informationen, die wir zur Zeit über die Ernährung haben, wurden bei Geflügel erforscht. Sie sind in der Ziervogelzucht deshalb noch lange nicht gültig. Über die aktuellen Fortschritte der wissenschaftlichen Arbeit - und damit auch über solche, die nützlich für Ihre Vogelhaltung sein können - erhalten Sie ein vierteljährlich erscheinendes Mitteilungsblatt, das Sie auf dem Laufenden halten soll. Wäre es darüber hinaus nicht auch gut, wenn die Vogelzüchter einmal als Retter einer Art gesehen würden, statt als Gruppe von Eierschmugglern und Vogelfängern? Vogelzucht hat nicht immer einen guten Ruf bei den Naturschutzbehörden und in der Öffentlichkeit. Zeigen Sie den verschiedenen „Tierrechtsorganisationen“, deren Zielscheibe unser Hobby ist, dass wir auch „Helfer“ sind und nicht nur die „Verbraucher“, wie wir von ihnen in den Medien häufig dargestellt werden.

Wir hoffen, dass diese Worte Sie dazu bewegen, an diesem Fonds zur Rettung von Chloebia gouldiae mitzuwirken. Die Gouldamadine ist ohne Ihre und unsere Hilfe verloren. Mike Fidler sagt dazu: „Ich fühle mich verpflichtet, die Gouldamadine zu schützen. Ich habe mein halbes Leben damit verbracht sie zu studieren und über sie zu lernen. Zu sehen, wie sie in der Wildnis ausstirbt ist unerträglich für mich. Wir wollen die Gouldamadine erhalten - das bedeutet, wir müssen den Trend umkehren“

Das ist unsere wahrscheinlich letzte Chance, etwas für den Erhalt der Gouldamadine in der freien Wildbahn zu tun.